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POS-Kassensystem für Pizzeria — Was du 2026 wissen musst

Welche Kasse passt zu einer Pizzeria mit Lieferung, Takeaway und Vor-Ort-Service? Vergleich von gastronovi, ETM, Lightspeed und PizzaPro mit echten Schweizer Pricing-Fällen.

Adil Kaya·8. Mai 2026·10 min Lesezeit·
Pizzeria-Tablet mit POS-Kassensystem

Eine Pizzeria zu führen ohne ordentliches Kassensystem ist 2026 nicht mehr möglich. Die MWSt.-Vorgaben aus revDSG, die TWINT-Integration, der Druck der Buchhaltung — alles zwingt zu einem System, das mehr ist als ein Excel-Sheet mit USB-Drucker. Aber welches?

Wir schauen uns die vier häufigsten Optionen in der Schweiz an, beschreiben die echten Kosten und sagen dir, woran du eine schlechte Wahl in den ersten 30 Tagen erkennst.

Was eine Pizzeria-Kasse 2026 können muss

Bevor wir Anbieter vergleichen — die nicht-verhandelbare Funktionsliste für eine Schweizer Pizzeria mit Lieferung und Takeaway:

  1. Bon-Druck Epson TM-m30 oder kompatibel — der Standard-Drucker in 80 % der Pizzerien, ePOS-Print-Protokoll, WLAN- oder LAN- Anbindung.
  2. TWINT + Karte — ohne TWINT verlierst du 35 % der Schweizer Kunden. Datatrans, Worldline oder SumUp als Anbieter, mit Sumup/Square-Terminal oder integriert.
  3. MWSt. korrekt — 7.7 % normal, 2.5 % auf Speisen take-away, 8.1 % seit 2024 — die Kasse muss das automatisch je nach Service-Modus (vor Ort vs. take-away) anwenden.
  4. Bondrucker zur Küche — KDS (Kitchen Display System) oder physischer Drucker hinten an der Pizzaofen-Station.
  5. Lieferzonen-Aware — Postleitzahl rein, Lieferpreis raus, mit Mindestbestellwert pro Zone.
  6. Offene Tische / Rechnungen splitten — auch wenn du primär take-away machst, sobald jemand vor Ort isst, brauchst du Tisch-Management.
  7. Reporting + Buchhaltung — Tages-, Wochen-, Monatsabschluss als PDF und CSV, kompatibel mit Bexio/Klara/Abacus.
  8. Online-Bestellsystem-Brücke — die Kasse muss verstehen, dass eine Bestellung aus dem Web kommt und automatisch in den Service-Flow einfädelt (siehe unser Vergleich der Bestellsysteme).

Die vier Hauptkandidaten in der Schweiz

gastronovi (DE/AT/CH)

Stärke: Marktführer in DACH, sehr breite Funktionsabdeckung, gute Bonierung-Logik mit Splittung, Tisch-Layout-Editor. Wird in großen Pizzerien und Brasserien genutzt.

Schwäche: UI ist 2014 stehengeblieben. Mobile-App ist langsam. Setup-Kosten hoch (CHF 1'500–3'500 einmalig für Hardware-Bundle).

Preis: ab CHF 79 / Monat pro Terminal + Setup. Realistische Gesamtkosten Jahr 1: CHF 3'500–5'000 für eine Pizzeria.

ETM Restaurant Solutions

Stärke: Schweizer Anbieter, sehr stark integriert mit Lieferanten-Software (Trinkwasser, Bier) und Buchhaltungs-Tools (Bexio nativ).

Schwäche: spezifisch auf gehobene Gastronomie ausgelegt; für einen kleinen Imbiss überdimensioniert. Lange Vertragslaufzeit (3 Jahre).

Preis: ab CHF 129 / Monat pro Terminal. Realistische Gesamtkosten Jahr 1: CHF 4'500–6'500.

Lightspeed Restaurant

Stärke: international skaliert, sehr gutes iPad-UI, einfaches Onboarding, gute Wein-Karte-Verwaltung. Ideal für moderne Cafés und kleinere Restaurants.

Schwäche: Schwächen in Lieferzonen-Logik und Pizzeria-spezifischen Workflows (z. B. halbe-halbe Pizza-Splitting, „extra Käse" als Modifikator).

Preis: ab CHF 69 / Monat pro Terminal + iPad-Hardware (CHF 600–900). Realistische Gesamtkosten Jahr 1: CHF 2'500–4'000.

PizzaPro

Stärke: spezifisch auf Pizzerien ausgelegt, fantastische Modifikatoren-Logik (Toppings, halbe-halbe, Allergene), eingebaute Bestellseite mit eigener Subdomain.

Schwäche: UI ist sehr funktional, nicht modern. Kein iPad-Modus, nur Desktop + Tablet-Browser. Datenexport rudimentär.

Preis: ab CHF 89 / Monat. Hardware-Bundle CHF 1'200–1'800. Realistische Gesamtkosten Jahr 1: CHF 2'800–3'500.

Die fünfte Option: Whitelabel-SaaS mit Kassen-Brücke

Wenn du ein Whitelabel-Bestellsystem wie Forn nutzt, brauchst du nicht zwingend ein dediziertes POS — Forn deckt die häufigsten Workflows direkt ab:

  • Bon-Druck via Epson TM-m30 (ePOS-Protokoll, kein Treiber)
  • TWINT + Stripe-Terminal
  • MWSt.-aware nach Service-Modus
  • Tisch-Layout, Splittung, Pickup-Slots
  • KDS-Anzeige auf einem Tablet in der Küche
  • Reporting + CSV-Export für Bexio

Realistische Gesamtkosten: CHF 49–149 / Monat, kein Setup-Fee (wir machen das im Onboarding mit, ~4 Stunden). Hardware kannst du selbst kaufen (Epson TM-m30 ~CHF 400, iPad oder Android-Tablet ~CHF 250).

Wann passt das? Pizzerien mit 50–300 Bestellungen / Monat, die nicht 80 Tische vor Ort haben, sondern primär Lieferung + Takeaway machen. Wenn du 30+ Sitzplätze und komplexe Tisch-Bonierung hast, ist ein klassisches POS (gastronovi, ETM) immer noch die bessere Wahl.

Die echten Fragen, die du dem Anbieter stellen solltest

Wenn du eine Vorführung bei einem POS-Anbieter machst, stell diese fünf Fragen — die Antworten zeigen dir mehr als jede Marketing- Präsentation:

1. Wie sieht der Datenexport aus?

Lass dir live ein CSV mit Bestellungen, Produkten, Kunden und MWSt.-Aufschlüsselung exportieren. Wenn das mehr als 3 Klicks braucht oder „der Support muss das machen", ist das ein rotes Tuch — du wirst in 3 Jahren mit deinem Buchhalter um diese Daten kämpfen.

2. Was passiert bei einem Internet-Ausfall?

Eine gute Kasse arbeitet auch offline weiter — Bestellungen, Bons, TWINT-Belege werden lokal gepuffert und synchronisiert, sobald das Netz wieder da ist. Frag konkret: „Wenn das WLAN für 2 Stunden weg ist, kann ich weiter Bons drucken und Karten-Zahlungen entgegennehmen?"

3. Wie funktioniert die MWSt.-Umstellung bei Service-Wechsel?

Ein Kunde isst vor Ort (7.7 %) und bestellt dann eine Pizza take-away (2.5 %) auf denselben Bon. Wie löst das die Kasse? Gute Antwort: „Pro Bon-Position wählbar." Schlechte Antwort: „Das geht nicht, du musst zwei Bons machen."

4. Wie sieht die ePOS-Drucker-Anbindung aus?

Konkret: kann die Kasse mit einem Epson TM-m30 über LAN/WLAN sprechen, ohne dass du einen separaten Treiber installierst? Wenn nicht, hängst du an einer USB-Kabel-Lösung mit Windows-Treiber, und das wird im Restaurant-Alltag zur Reibungsquelle.

5. Wer macht den 19:30-Uhr-Support?

Wenn die Kasse Freitag um halb acht ausfällt und drei Bestellungen in der Schlange sind, brauchst du jemanden am Telefon. Frag nach Support-Zeiten und einer Test-Hotline. Wenn der Anbieter „Ticket in 24h" sagt, weißt du, wo du stehst.

Migration: was du vor dem Wechsel beachten musst

Wenn du von einer alten Kasse auf eine neue wechselst, sind das die sieben Schritte, die wir in der Praxis sehen:

  1. Bestandsaufnahme: alle Produkte mit Preisen, MWSt.-Sätzen, Allergenen exportieren (CSV).
  2. Modifikatoren-Mapping: bei Pizza-Anbietern besonders wichtig — „extra Käse CHF 3", „halbe-halbe", „glutenfrei +CHF 4". Bei manchen Systemen sind das Produkt-Varianten, bei anderen Modifikatoren. Klärt das vor dem Import.
  3. Mitarbeiter-Profile: PIN-Codes, Berechtigungen (Kassenöffnung, Rabatt geben, Storno).
  4. Drucker-Routing: welche Bon-Position geht an welche Station (Pizzeria, Kalt-Station, Bar)?
  5. TWINT/Karten-Anbindung: Test-Bestellung mit echtem Twint-Belag durchführen.
  6. Reporting-Format: dein Buchhalter braucht ein bestimmtes Format. Frag ihn, bevor du startest.
  7. Parallel-Betrieb 2 Wochen: neue Kasse parallel zur alten laufen lassen, damit du Vergleich hast.

Wir machen diese Migration mit Forn-Kunden in 3–5 Arbeitstagen. Bei gastronovi/ETM-Onboarding planst du eher 2–3 Wochen ein.

Was kostet das gesamte System wirklich?

Realistische Aufstellung für eine Pizzeria, 80 Sitze, 5'000 Bestellungen / Jahr:

| Posten | gastronovi | PizzaPro | Forn-Whitelabel | | --- | --- | --- | --- | | Software pro Jahr | CHF 948 | CHF 1'068 | CHF 1'788 | | Setup einmalig | CHF 2'500 | CHF 1'500 | CHF 0 | | Hardware Jahr 1 | CHF 1'800 | CHF 1'600 | CHF 800 | | Support / Updates | inkl. | inkl. | inkl. | | Online-Bestellsystem extra | CHF 79 / Mt | inkl. | inkl. | | Total Jahr 1 | CHF 6'196 | CHF 4'168 | CHF 2'588 | | Total Jahr 2 (ohne Setup) | CHF 1'896 | CHF 1'068 | CHF 1'788 |

Anmerkung: bei Forn ist „Hardware" der Epson-Drucker und ein Tablet für die Küche — die brauchst du bei den anderen Anbietern auch, aber sie sind dort oft im Bundle.

Unsere ehrliche Empfehlung

Wenn du unter 100 Bestellungen / Monat machst: spar dir das klassische POS. Nimm ein iPad mit Stripe Terminal, ein Whitelabel-Bestellsystem wie Forn und Bon-Druck via Epson TM-m30. Das kostet dich CHF 1'200 einmalig + CHF 49–99 / Monat.

Wenn du 100–300 Bestellungen / Monat machst: Whitelabel mit KDS-Tablet ist immer noch die effizienteste Wahl. Klassisches POS ist Overhead.

Wenn du >300 Bestellungen / Monat machst und 40+ Sitzplätze hast: PizzaPro oder Lightspeed mit eigener Bestellseite, oder ein Whitelabel mit POS-Brücke. gastronovi/ETM nur, wenn du wirklich komplexe Tisch- und Wein-Bonierung brauchst.

Wenn du dir unsicher bist — wir machen eine kostenlose 30-Minuten- Demo und schauen mit dir gemeinsam an, was zu deinem Betrieb passt. Auch wenn die Antwort am Ende „bleib bei deinem PizzaPro" heißt, sagen wir es dir.

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Founder · Forn

Adil Kaya

Forn'un kurucusu. Zofingen merkezli, DACH+EU restoranlarına SaaS yapıyor. Pratik operasyon deneyimini koda dökmeye çalışıyor.

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