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Bestes Online-Bestellsystem für Restaurants in der Schweiz 2026
Lieferando, Wolt, Smood, Eigenlösung oder Forn? Ein nüchterner Vergleich der fünf häufigsten Wege, online Bestellungen anzunehmen — mit echten Zahlen aus Aargauer Pizzerien.
Wenn du eine Pizzeria, einen Imbiss oder ein kleines Restaurant in der Schweiz führst, fragen dich Kunden mehrmals pro Woche dasselbe: „Kann ich bei Ihnen online bestellen?" Sagst du nein, bestellt der Kunde woanders. Sagst du ja, stehst du vor einer Entscheidung, die dich zwischen CHF 0 und CHF 1'500 pro Monat kostet — abhängig davon, welches System du wählst.
Dieser Artikel ist die Entscheidungshilfe, die ich gerne gehabt hätte, als wir 2025 in Zofingen anfingen, Restaurants beim Schritt online zu begleiten. Fünf Wege, die wir alle in der Praxis gesehen haben. Echte Zahlen, keine Marketing-Folien.
Die fünf realistischen Optionen
Wenn man in der Schweiz Bestellungen entgegennehmen will, gibt es im Wesentlichen fünf Wege:
- Marketplace-Aggregator — Lieferando, Just Eat, Smood, Wolt, Uber Eats. Du listest dich auf deren Plattform, sie bringen Kunden und nehmen 20–30 % Provision pro Bestellung.
- Klassischer Onlineshop-Baukasten — Wix, Shopify, Squarespace mit Restaurant-Plugin. Du baust selbst, zahlst monatlich, behältst 100 % vom Umsatz.
- POS-gebundene Lösung — gastronovi, ETM, lightspeed, PizzaPro. Bestellung läuft direkt aus dem Kassensystem heraus, oft mit eigener Bestellseite.
- Eigenentwicklung — du beauftragst eine Agentur (typisch CHF 8'000–25'000 einmalig) oder einen Freelancer.
- Whitelabel-SaaS wie Forn — du mietest eine fertige Multi-Tenant-Plattform unter deiner eigenen Domain, mit Forn als unsichtbarem Anbieter im Hintergrund.
Jede Option hat eine andere Kostenstruktur, einen anderen Stammkunden-Effekt und eine andere Datenfrage. Wir gehen sie der Reihe nach durch.
Marketplaces: schnell sichtbar, dauerhaft teuer
Lieferando, Smood und Wolt liefern dir am ersten Tag Bestellungen. Du lädst eine Speisekarte hoch, lädst ein Foto pro Gericht hoch, und ein Telefon mit ihrer App klingelt im Lokal, sobald jemand bestellt.
Die Rechnung dahinter ist nicht intuitiv:
- Provision: 20 % (Lieferando ohne Lieferung), 25–30 % (Smood, Wolt, Uber Eats mit Lieferung), oft mit Mindestbeträgen.
- Listing-Gebühr: CHF 0–99 / Monat je nach Anbieter.
- Werbeplätze: Smood verkauft prominentere Positionen extra — CHF 200–500 / Monat ist nicht ungewöhnlich.
- Versteckte Kosten: du bekommst keine Kundendaten, kein E-Mail, keine Telefonnummer. Stammkunden sind dauerhaft an die Plattform gebunden.
Ein Aargauer Imbiss, mit dem wir im März 2026 die Rechnung gemacht haben:
| Position | Betrag | | --- | --- | | 100 Bestellungen × CHF 35 | CHF 3'500 Umsatz | | Smood-Provision 25 % | – CHF 875 | | Smood-Listing | – CHF 79 | | Netto an den Imbiss | CHF 2'546 |
Bei 12 Monaten und gleichem Volumen: CHF 11'448 Provision pro Jahr. Das ist die Summe, mit der man die nächsten fünf Mitarbeiter- Schulungen, einen neuen Pizzaofen und ein neues Logo hätte bezahlen können.
Marketplaces sind sinnvoll, wenn du gerade erst startest und null Online-Sichtbarkeit hast. Sobald du einen Stammkundenkreis aufgebaut hast — und das geht in der Schweiz erstaunlich schnell, weil Einzugsgebiete klein sind — kippt die Rechnung. Mehr dazu im Whitelabel-Abschnitt.
Onlineshop-Baukasten: günstig, aber spröde
Wix, Shopify und Squarespace bieten Restaurant-Templates. Du zahlst CHF 25–60 / Monat plus Domain (CHF 12 / Jahr) plus Zahlungsanbieter-Gebühren (Stripe: 2.9 % + CHF 0.30 pro Bestellung). Bei 100 Bestellungen × CHF 35:
- Stripe-Gebühren: ~CHF 130 / Monat
- Plattform: CHF 49 / Monat
- Total: CHF 179 / Monat — egal wie viel du verkaufst.
Das ist deutlich besser als Smood. Der Haken: Restaurant-spezifische Workflows fehlen. Tische verwalten, Reservation mit Vorbestellung, Öffnungszeiten-aware Lieferung, KDS-Anbindung an die Küche, TWINT, Bons drucken — das alles musst du mit Plugins zusammenstecken oder manuell organisieren. Funktioniert für ein Café mit drei Mittagsmenüs. Funktioniert nicht für einen Imbiss mit 50 Pizzen, Beilagen, Allergenen und Lieferzonen.
Empfehlung: Onlineshop-Baukasten ist eine Übergangslösung. Wenn du nur Kuchen bestellbar machen willst, top. Wenn du eine Pizzeria mit Lieferflotte führst, wirst du nach 2 Monaten frustriert sein.
POS-gebundene Bestellung: stabil, aber Vendor-Lock-in
Wenn du bereits ein modernes Kassensystem hast (gastronovi, ETM,
Lightspeed, PizzaPro), bieten viele Anbieter eine eigene
Bestellseite. Beispiel PizzaPro: du bekommst eine
bestellung.dein-restaurant.ch-Subdomain, Kunden bestellen, und der
Bon landet direkt auf der Küchen-Anzeige.
Vorteile:
- Keine Provision, fixe monatliche Gebühr.
- Saubere Integration mit Kasse, Bons, MWSt.
- Bestand-Synchronisation funktioniert automatisch.
Nachteile:
- Vendor-Lock-in: wechselst du das POS, verlierst du auch deine Bestellseite, deine SEO und deine Kunden-Datenbank.
- Design: die Bestellseiten sehen meist nach 2010 aus — Conversion-Rate auf Mobile ist oft halb so gut wie bei modernen Anbietern.
- Kosten: CHF 79–199 / Monat je nach POS-Anbieter, oft als Add-on zum POS-Vertrag (~CHF 250 / Monat).
Wir sehen POS-gebundene Lösungen am häufigsten bei alteingesessenen Pizzerien, die schon 10 Jahre mit ihrer Kasse arbeiten. Für Neulinge oder Betriebe, die ihr System modernisieren wollen, ist es selten der beste Weg — du baust deine Online-Präsenz auf der Software auf, von der du am wenigsten Wechsel-Optionen hast.
Eigenentwicklung: heroisch, selten richtig
Die Versuchung ist real: du fragst einen Freelancer, der baut dir für CHF 8'000–25'000 eine Restaurant-Bestellseite. Du zahlst einmalig und hast „dein eigenes System".
Das Problem: Restaurant-Software ist kein Wochenend-Projekt. Du brauchst:
- TWINT-, Datatrans- oder Stripe-Integration (PCI-Compliance)
- Lieferzonen-Logik mit Postleitzahl-Mapping
- Öffnungszeiten-aware Verfügbarkeit (kein Bestellschluss um 19:00, wenn du erst um 20:30 zumachst)
- Allergen- und Zutaten-Verwaltung (LMIV-konform)
- Pickup-Zeitfenster
- Kassenbon-Druck (Epson TM-m30 ePOS)
- Push-Benachrichtigungen
- Buchhaltungs-Export (revDSG, MWSt.-konform)
Das alles dauert 6–18 Monate ehrliche Arbeit. Wir wissen das, weil wir Forn genau so gebaut haben — und wir hatten Erfahrung im Restaurant-Bereich, bevor wir anfingen.
In 90 % der Eigenentwicklungs-Projekte, die wir gesehen haben, kommt nach 4 Monaten der Anruf: „Der Freelancer ist weg, das Update für TWINT funktioniert nicht, kannst du übernehmen?" Die einzige Antwort ist meist: alles neu machen.
Empfehlung: Eigenentwicklung lohnt sich nur, wenn du ein ungewöhnliches Konzept hast, das kein Standard-Anbieter abdeckt — z. B. ein Catering-Marketplace, eine Schul-Mensa-Plattform, ein B2B-Großhandel. Für eine Pizzeria mit 80 Gerichten ist es immer billiger und schneller, ein fertiges SaaS zu mieten.
Whitelabel-SaaS: die unscheinbare beste Wahl für die meisten
Whitelabel heißt: du mietest eine fertige Multi-Tenant-Plattform,
aber sie läuft unter deiner Domain (pizzeria-aargau.ch), mit
deinem Logo, deinem Farbschema. Der Anbieter (Forn, Choco, Resmio
und einige andere) ist im Backend, der Kunde sieht ihn nie.
Bei Forn heißt das konkret:
- CHF 49–149 / Monat je nach Tier, ohne Provision.
- Eigene Domain, eigenes Logo, eigene Farben.
- Inkl. Bestellsystem, Lieferzonen, Reservation, Loyalty, TWINT/Stripe, KDS, Bon-Druck, Push-Benachrichtigungen, Buchhaltungs-Export.
- Multi-Tenant: du teilst Infrastruktur mit anderen Restaurants, aber deine Daten sind getrennt (RLS auf Datenbank-Ebene).
- Hosting in Frankfurt (Supabase EU), Edge in Zürich (Vercel).
Die Rechnung gegen Smood, gleicher Imbiss, gleiches Volumen (100 × CHF 35):
| Anbieter | Monatliche Kosten | 12-Monats-Kosten | | --- | --- | --- | | Smood (25 %) | CHF 954 | CHF 11'448 | | Forn Pro fix | CHF 149 | CHF 1'788 | | Differenz | CHF 805 / Mt | CHF 9'660 / Jahr |
Die ehrliche Einschränkung: bei Forn musst du selbst Kunden finden. Wir bringen dich nicht auf eine Marketplace-Seite. Du musst eine Flyer- Aktion machen, du musst Google My Business pflegen, du musst auf Instagram posten. Das ist Arbeit, die Smood dir abnimmt — und genau dafür zahlst du.
Unsere Empfehlung in der Praxis: hybrider Weg. Smood weiterführen für Neukunden-Akquise, Forn (oder ein anderes Whitelabel) als Hauptkanal kommunizieren. Im Schnitt verschieben sich bei den Restaurants, die wir begleiten, nach 3 Monaten 60–70 % der Bestellungen auf den Whitelabel-Kanal. Die Smood-Rechnung sinkt um Faktor 3.
Entscheidungs-Matrix nach Restaurant-Typ
Damit du nicht den ganzen Artikel nochmal lesen musst — hier die Kurzfassung nach Use Case:
Du startest gerade, hast null Online-Reichweite
→ Marketplace + Whitelabel parallel. Smood/Wolt für die ersten 6 Monate, um Sichtbarkeit zu kaufen. Whitelabel ab Tag 1 aufgesetzt, damit du Stammkunden umlenken kannst.
Du hast 50–200 Stammkunden, willst weg von Smood
→ Whitelabel-SaaS. Forn, Choco oder ein vergleichbarer Anbieter. Smood kannst du parallel laufen lassen, aber kommuniziere aktiv die eigene Domain auf Bons und Flyern.
Du hast >200 Bestellungen / Mt und ein modernes POS-System
→ POS-gebundene Lösung prüfen oder Whitelabel. Wenn dein POS einen guten Online-Shop hat (z. B. PizzaPro), kann das Sinn machen. Sonst Whitelabel mit POS-Integration (Forn hat z. B. eine Epson ePOS-Anbindung).
Du bist eine Café-Kette oder Catering-Spezialist
→ Whitelabel mit Owner-Features. Forn hat einen Owner-Modus für mehrere Standorte (gemeinsames Menü, getrennte Bestellungen pro Filiale). Lightspeed Pay-Per-Location ist die Alternative.
Du hast ein ungewöhnliches Konzept (Schul-Mensa, B2B-Catering, Speed-Dating-Dinner)
→ Eigenentwicklung erwägen. Aber: rechne mit 12 Monaten Entwicklungszeit und sprich vorher mit einem SaaS-Anbieter, ob er dein Konzept abdecken kann. Forn z. B. hat ein B2B-Catering-Modul, das viele „ungewöhnliche" Konzepte abdeckt.
Drei Fragen, die du vor der Entscheidung stellen solltest
- Wem gehören meine Kundendaten? Wenn du auf Smood oder Lieferando bestellst, gehören sie dem Marketplace. Bei Whitelabel oder POS-Lösung gehören sie dir. Das ist die wichtigste Frage überhaupt, weil sie über deinen Stammkunden-Hebel entscheidet.
- Wie sieht die Wechsel-Strategie aus? Wenn du in 3 Jahren das System wechseln willst — wie geht das? Bekommst du deine Daten exportiert? Bei seriösen Anbietern (Forn, Choco) ist das ein einfacher CSV-Export. Bei Marketplaces bekommst du nichts.
- Was kostet ein verlorener Kunde mehr — die Smood-Provision oder die Marketing-Arbeit, ihn selbst zu gewinnen? Wenn du nicht Marketing-affin bist und keine Zeit für Instagram-Posts hast, zahlst du die Marketplace-Provision mit ruhigem Gewissen. Wenn du ein bisschen Marketing-Energie hast, gibt dir Whitelabel den höheren ROI.
Was wir empfehlen würden — wenn du uns anrufen würdest
Wir würden wahrscheinlich sagen: mach beides parallel. Bleib auf Smood für sichtbare Akquise, aber zieh Whitelabel mit Forn (oder einem vergleichbaren Anbieter) auf. Drucke deine eigene Domain auf jeden Bon. Sag jedem Stammkunden persönlich: „Beim nächsten Mal — direkt bei mir, du bekommst 10 % Rabatt."
Nach 3 Monaten kannst du das Verhältnis evaluieren. Wenn du 80 % deiner Bestellungen über die eigene Domain bekommst, kannst du über Smood-Abschalten nachdenken. Wenn du bei 30 % bleibst, hast du deine Antwort: Marketplace ist für dich ein Akquise-Kanal, kein Hauptkanal.
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